Ergebnisse der Entwurfsplanung
Wir übersetzen Ihre Projektziele in ein technisches Konzept: Systementscheidungen für Sanitär, Heizung und Lüftung, Vordimensionierung, Trassen- und Schachtkonzepte, Technikflächen und eine belastbare Grundlage für Bauantrag, Kostenberechnung nach DIN 276 und Ausschreibung. Die Entwurfsplanung ist die Phase, in der ein Gebäude technisch „festgelegt“ wird: Was hier entschieden wird, lässt sich später nur mit hohem Aufwand ändern.
- Systementscheidungen SHL mit Variantenvergleich (Investition, Betrieb, CO₂)
- Vordimensionierung nach DIN EN 12831, DIN 1988-300, DIN 1946-6 und DIN EN 16798
- Trassen-, Schacht- und Technikflächenkonzept in Grundriss und Schnitt
- Versorgungskonzepte für Trinkwasser, Abwasser, Wärme, Kälte und Luft
- Kostenberechnung nach DIN 276 auf Ebene der 2. Gliederungsstufe (KG 410–430)
- Erläuterungsbericht mit Anlagenbeschreibung und Kennwerten
Koordination mit Architektur und Tragwerk
Wir arbeiten früh mit Architekt:innen und Tragwerksplanung zusammen, um Technikflächen, Steigzonen und Deckenkonstruktionen so festzulegen, dass die spätere Ausführung ohne Kollisionen läuft. Typische Konfliktpunkte sind Unterzüge in Lüftungstrassen, zu kleine Installationsschächte, fehlende Aufstellflächen für Wärmepumpen oder Lüftungsgeräte und Schallschutzanforderungen nach DIN 4109 gegenüber Aufenthaltsräumen. Frühe TGA-Integration erspart teure Nachträge in LPH 5 und 8.
Bei modellbasierten Projekten liefern wir das TGA-Fachmodell im IFC-Format und stimmen Koordinationsmodelle in regelmäßigen Planungsbesprechungen ab. Bei klassischen 2D-Projekten arbeiten wir mit abgestimmten Schnitten durch die kritischen Zonen.

Leistungsbild nach HOAI Anlage 15, Leistungsphase 3
Die Entwurfsplanung Technische Ausrüstung ist in Anlage 15 der HOAI definiert und mit 15 % des Gesamthonorars bewertet. Die Grundleistungen umfassen im Kern:
- Durcharbeiten des Planungskonzepts stufenweise bis zum vollständigen Entwurf
- Festlegen aller Systeme und Anlagenteile
- Berechnung und Bemessung sowie zeichnerische Darstellung und Anlagenbeschreibung
- Angabe und Abstimmung der für die Tragwerksplanung notwendigen Angaben (Durchbrüche, Lasten)
- Fortschreiben und Detaillieren des Funktions- und Sicherheitskonzepts
- Kostenberechnung nach DIN 276 und Kostenkontrolle gegenüber der Kostenschätzung
- Zusammenfassen, Erläutern und Dokumentieren der Ergebnisse
| Planungsinhalt | Typischer Maßstab / Kennwert | Grundlage |
|---|---|---|
| Grundrisse Sanitär, Heizung, Lüftung | M 1:100 (Wohnbau), M 1:100–1:50 (Gewerbe) | Architektur-Entwurf |
| Anlagenschemata | Prinzipschema je Anlagengruppe | Systementscheidung |
| Heizlast Wohnbau Neubau (GEG-Standard) | ca. 25–45 W/m² | DIN EN 12831-1 |
| Heizlast Bestand unsaniert | ca. 80–140 W/m² | DIN EN 12831-1 |
| Vorlauftemperatur Wärmepumpe | ≤ 55 °C, ideal 35–45 °C | BEG-Förderbedingungen |
| Außenluftvolumenstrom Wohnen | ca. 30 m³/h je Person | DIN 1946-6 |
| Technikfläche Wohnbau | ca. 1,5–3 % der Bruttogrundfläche | Erfahrungswert |
Grundlage für Genehmigung und Förderung
Die Entwurfsplanung liefert die belastbaren Kennzahlen für Bauantrag, GEG-Nachweis, Kostenrahmen und Fördermittelanträge (BEG EM, BEG EH, KfW-Programme). Systementscheidungen werden hier bewusst getroffen — nicht auf der Baustelle korrigiert. Für Wärmepumpen im Bestand prüfen wir in dieser Phase, ob die Heizflächen mit maximal 55 °C Vorlauf auskommen; für Lüftungsanlagen führen wir das Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 durch.
Entwurfsplanung für Bauvorhaben in Berlin und Brandenburg
Unser Büro sitzt in Mühlenbeck am nördlichen Berliner Stadtrand. Wir planen Wohn- und Gewerbeimmobilien in ganz Berlin sowie im Brandenburger Umland, insbesondere in Oberhavel, Barnim, Havelland und Potsdam. In Berlin prägen Fernwärmeverfügbarkeit, dichte Blockrandbebauung, Regenwasserbewirtschaftung auf dem Grundstück und Anforderungen der Bauordnung Berlin die Systemwahl. In Brandenburg spielen Erdwärme, Grundwasserwärmepumpen, dezentrale Trinkwasserversorgung und die Brandenburgische Bauordnung eine größere Rolle. Beides berücksichtigen wir bereits im Entwurf, damit Genehmigung und Förderantrag ohne Schleifen durchlaufen.
- Fernwärmeprüfung und Anschlusskonzept in Berliner Innenstadtlagen
- Regenwasserbewirtschaftung und Versickerungsnachweis auf dem Grundstück
- Erd- und Grundwasserwärme in Brandenburg inkl. wasserrechtlicher Anforderungen
- Abstimmung mit Bauaufsicht, Versorgern und Prüfingenieuren vor Ort
Typische Fehler, die eine gute Entwurfsplanung vermeidet
Aus vielen Bestands- und Neubauprojekten kennen wir die Muster, die später teuer werden: zu knapp bemessene Schächte, fehlende Revisionsöffnungen, Wärmepumpen ohne Schallschutznachweis zum Nachbarn, Technikräume ohne Zuluft oder Bodenablauf, Trinkwasserleitungen mit Stagnationsstrecken oder Lüftungsgeräte, die nach Fertigstellung nicht mehr austauschbar sind. Diese Punkte klären wir in Leistungsphase 3 — dokumentiert und mit allen Beteiligten abgestimmt.
